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Schnur spannen, Mitte treffen: was schiefgeht, wenn du schätzt

Wer beide Methoden kombiniert und an mehreren Stellen prüft, liegt fast immer richtig. Klopfen Sie, bohren Sie ein kleines Loch, schauen Sie sich das Mehl an und entscheiden Sie dann, welcher Befestigungstyp passt. So vermeiden Sie das klassische Problem, dass ein Dübel in einer Hohlwand keinen Halt findet oder eine massive Wand unnötig große Löcher bekommt.

Bevor der Bohrer angesetzt wird, lohnt der Blick auf den Grundriss und die Elektroinstallation. In den meisten Gebäuden verlaufen Leitungen senkrecht über Schaltern und Steckdosen sowie waagerecht in etwa 30 Zentimetern Höhe über dem Boden oder in der Nähe der Decke. Ein Blick in den Sicherungskasten zeigt, welche Stromkreise existieren, aber nicht, wo genau die Kabel liegen. Wer die Lage der Unterverteilung kennt, kann zumindest grobe Richtungen ableiten. Ein weiterer Anhaltspunkt sind sichtbare Installationsdosen, Abzweigdosen und Rohre, die oft in Wänden eingeputzt sind.

Bei mehreren Bildern nebeneinander zählt die gemeinsame Mitte. Statt jedes Bild einzeln auszurichten, bestimmst du eine horizontale Linie, auf der die Mittelpunkte aller Bilder liegen. Diese Linie liegt auf der Augenhöhe. Für eine Reihe gleicher Rahmen ist das einfach. Bei unterschiedlichen Größen richtest du dich nach der Mitte des größten Bildes und ordnest die kleineren daran aus. Ein Abstand von fünf bis zehn Zentimetern zwischen den Rahmen hält die Gruppe zusammen, ohne gedrängt zu wirken.

Ein häufiger Fehler ist der Zug senkrecht von der Wand weg. Dabei wirkt die volle Kraft auf die oberste Schicht des Untergrunds, und genau dort reißt sie aus. Ebenso problematisch ist ein kurzer, kräftiger Ruck in der Annahme, der Streifen löse sich dann schneller. Das Gegenteil ist der Fall: Die Klebemasse wird schlagartig belastet und nimmt Farbe oder Putz mit. Auch zu schnelles Ziehen bei niedriger Temperatur ist riskant, weil der Kleber dann spröde wird.

Bohrmehl richtig lesen Setzen Sie ein kleines Bohrloch, etwa mit einem Steinbohrer oder Universalbohrer, und fangen Sie das Bohrmehl auf einem Blatt Papier auf. Feines, graues oder weißes Pulver deutet auf Beton, Kalksandstein oder Ziegel hin. Grobe, sandige Krümel mit rötlicher oder gelblicher Färbung sind typisch für Ziegel oder Sandstein. Kommt statt Staub nur wenig helles Mehl und der Bohrer rutscht plötzlich durch, haben Sie wahrscheinlich die Gipskartonplatte durchbohrt und befinden sich im Hohlraum.

Bei der Kordel entscheidet nicht die Optik, sondern die Drehung. Eine fest gedrehte Baumwollkordel mit drei Millimetern Stärke hält die Form eines Kreuzknotens sauber, während locker gedrehte Wolle nach dem ersten Waschen ausfranst. Für ein erstes Stück reichen acht bis zwölf Stränge von je zwei Metern Länge. Ein häufiger Fehler: Die Kordel wird zu kurz abgeschnitten. Als Faustregel gilt die vierfache fertige Länge plus Zugabe für die Aufhängung.

Die Kordeln werden mit einem Ankerknoten am Stab befestigt, nicht mit einem einfachen Doppelknoten. Dafür legt man die Kordel in der Mitte zusammen, schiebt die Schlaufe hinter den Stab, zieht die beiden Enden durch die Schlaufe und strafft. Sitzt der Knoten locker, rutscht er beim Spannen der ersten Reihe nach oben und die gesamte Breite verschiebt sich. Nach jedem fertigen Knoten kurz nachziehen – das kostet Sekunden und spart das spätere Auftrennen.

Die Bildmitte an einer Wand frei nach Augenmaß zu bestimmen, endet fast immer in einer sichtbaren Verschiebung. Das menschliche Auge korrigiert Perspektive und Umgebung unbewusst mit, deshalb wirkt ein Motiv beim Aufhängen zunächst zentriert und steht zwei Tage später erkennbar zu weit links oder rechts. Eine simple Schnur löst das Problem, weil sie eine gerade, messbare Linie liefert. Sie ersetzt kein Lineal, aber sie macht zwei gegenüberliegende Wandkanten oder Möbelkanten gleichzeitig sichtbar – und genau dieser Vergleich fehlt beim Schätzen.

Makramee beginnt nicht mit dem ersten Knoten, sondern mit der Wahl des Stabes. Ein Rundholz aus Buche mit 20 bis 25 Millimetern Durchmesser trägt ein Wandbehang bis etwa 60 Zentimeter Breite, ohne sich sichtbar zu biegen. Weichere Hölzer wie Kiefer geben bei gespannten Kordeln nach und verziehen sich mit der Zeit. Wer einen Ast aus dem Garten nutzt, sollte ihn vorher trocknen lassen und die Rinde entfernen, sonst löst sie sich später und hinterlässt Flecken an der Wand.

Ein häufiger Fehler ist, nur mit dem Bohrmehl zu urteilen, ohne die Klopfprobe. Bei alten, mehrfach überstrichenen Wänden kann das Mehl täuschen, weil Farbe und Spachtelmasse es verfälschen. Ebenso unzuverlässig ist es, allein auf den Widerstand des Bohrers zu achten. Ein scharfer Bohrer geht auch durch eine dünne Gipskartonplatte schnell hindurch, ein stumpfer Bohrer dagegen quält sich selbst durch eine Hohlwand.

Bei der Klopfprobe klopfen Sie mit dem Knöchel oder dem Griff eines Schraubendrehers in gleichmäßigem Abstand über die Wandfläche. Klingt es dumpf und satt, spricht das für Mauerwerk, Beton oder eine massive Gipswand. Klingt es hell und hohl, ähnlich wie bei einer Trommel, ist eine Hohlwand aus Gipskarton oder eine Vorsatzschale wahrscheinlich. Wichtig: Klopfen Sie an mehreren Stellen, denn in einer Wand können massive und hohle Bereiche wechseln, etwa neben Ständern oder Installationsebenen.

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