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5 Punkte, die vor dem Streichen von Raufaser entscheiden

Zuerst wird die Schnittkante exakt angezeichnet. Das geht am saubersten, indem die Schablone des Geräts oder das Gerät selbst direkt aufgelegt und mit einem Stift umfahren wird. Wichtig ist, dass die Anzeichnung auf der später sichtbaren Oberseite erfolgt, denn die Sichtkante der Platte ist maßgebend. Klebeband entlang der Linie verhindert, dass der Sägefuß den Belag verkratzt. Vor dem ersten Schnitt werden die Ecken mit einem Bohrer durchbohrt, dessen Durchmesser größer ist als das Sägeblatt. Diese Bohrungen sind der Startpunkt, nicht die Linie selbst.

Vor dem ersten Pinselstrich steht die Reinigung. Raufaser nimmt Staub, Fett und Nikotin auf. Ein feuchtes Tuch mit milder Seifenlauge entfernt oberflächlichen Schmutz; bei starken Verfärbungen hilft eine Grundierung, die auch saugende Untergründe ausgleicht. Diese Grundierung ist kein Luxus, sondern die Versicherung gegen ungleichmäßige Flecken. Trocknungszeiten einhalten, sonst haftet die Farbe nicht zuverlässig. Wer auf die Grundierung verzichtet, ärgert sich später über wolkenartige Übergänge und Stellen, an denen die alte Tapete durchschimmert.

Zuerst die Abdeckung abnehmen. Bei den meisten Modellen ist der Deckel nur gesteckt oder mit wenigen Schrauben befestigt. Danach den Hohlraum aussaugen, denn Staub und Späne verhindern, dass Dämmplatten oder Dichtband sauber haften. Alte, bröselige Dämmreste komplett entfernen. Prüfen, ob der Rolladenpanzer frei läuft und ob die Führungsschienen gerade sitzen. Ein Blick auf die Wand zeigt, ob Feuchtigkeit eingedrungen ist; nasse Stellen müssen vor dem Dämmen trocknen, sonst schimmelt die neue Dämmung.

Die richtige Farbe für die Struktur Nicht jede Farbe deckt auf Raufaser gleich gut. Dispersionsfarben mit hoher Deckkraft sind die übliche Wahl, weil sie die Struktur betonen, ohne sie zuzuschmieren. Matte Oberflächen verzeihen Unebenheiten besser als glänzende; Seidenmatt oder Glanz hebt jeden Fehler hervor. Bei einem Farbwechsel von dunkel auf hell sind zwei Anstriche realistisch, manchmal drei. Stark deckende Pigmentfarben sparen einen Durchgang. Wer die Struktur erhalten will, verdünnt die Farbe nicht zu stark und arbeitet mit einer Rolle mit mittlerer Florhöhe, damit die Farbe in die Vertiefungen gelangt, ohne zu tropfen.

Wer den Lochabstand korrekt ermittelt, spart sich Nacharbeit, Umtausch und ärgerliche Kompromisse. Die Messung dauert nur wenige Minuten, verhindert aber die häufigsten Fehlkäufe. Ein Griff, der nicht passt, ist kein Griff – er ist ein Loch in der Küche oder im Schrank, das niemand haben will.

Plissee-Schutz arbeitet mit einer gefalteten Stoffbahn, die sich ziehharmonikaartig zusammenschiebt. Er ist ideal für Schiebetüren und schmale Fenster, weil er kaum Platz braucht und sich stufenlos positionieren lässt. Die Führung erfolgt über gespannte Seile oder Schienen. Wichtig ist eine gleichmäßige Spannung der Seile: zu locker, und das Plissee hängt durch; zu straff, und die Aufhängung reißt aus. Bei großen Breiten sollte das Plissee in der Mitte abgestützt werden, sonst sackt es mit der Zeit durch. Auch hier gilt: erst die Führungsschienen ausrichten, dann den Stoff einhängen.

Die Ecken sind der kritische Punkt Ein Ausschnitt mit vier scharfen Innenecken ist eine Sollbruchstelle. Spätestens beim Einbau des Geräts entsteht dort Spannung, und die Platte reißt an der Ecke ein. Deshalb werden die Ecken immer mit einem Radius versehen, üblicherweise etwa ein Zentimeter. Dieser Radius lässt sich vor dem Sägen bohren oder nach dem Schnitt mit einer Feile nacharbeiten. Wer die Ecke rechtwinklig lässt, spart zwei Minuten und riskiert einen Schaden, der nur durch eine neue Platte zu beheben ist.

Das Streichen selbst verlangt System. Zuerst die Kanten mit einem Pinsel oder einer Kantenrolle, dann die Flächen in Bahnen von oben nach unten. Nicht zu viel Farbe aufnehmen, sonst läuft sie an der Wand herunter und hinterlässt Schlieren. Bahnen leicht überlappen, damit keine trockenen Streifen entstehen. Zwischen zwei Anstrichen die angegebene Trockenzeit abwarten, auch wenn die Wand trocken aussieht.

Ein praktischer Tipp: Vor dem Kauf den gemessenen Lochabstand auf einen Zettel schreiben und mit zum Möbelstück nehmen. Viele Griffe werden nach diesem Maß sortiert. Wer mehrere Schubladen oder Türen austauschen will, misst jedes Stück einzeln, denn auch bei gleichen Möbeln können die Bohrungen leicht abweichen. Bei Unsicherheit hilft eine Schablone aus Pappe: Löcher im gemessenen Abstand einstechen, über die vorhandenen Bohrungen legen und prüfen, ob sie deckungsgleich sind. Erst dann bestellen.

Saubere Kanten entstehen durch Abkleben. Kreppband mit guter Haftung an Fenstern, Rahmen und Sockelleisten anbringen und mit dem Fingernagel oder einem Spachtel fest andrücken. Beim Abziehen das Band langsam im spitzen Winkel abnehmen, nicht reißen. Wer nach dem Abkleben zu lange wartet, riskiert, dass Farbe mit dem Band abplatzt. Ein nasser Pinselrand lässt sich mit einem feuchten Tuch korrigieren, solange die Farbe frisch ist. Typische Fehler sind zu dünner Auftrag, fehlende Grundierung und das Streichen bei direkter Sonne, wodurch die Farbe zu schnell trocknet und Ansätze sichtbar bleiben.

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