1 post / 0 new
Guest (not verified)
Regale in Greifhöhe: Was passiert, wenn Kinder selbst an Bücher kommen

Als Verbindung dienen Winkel, Bänder oder Schlaufen aus Metall. Kunststoffwinkel sind für leichte Regale ausreichend, für schwere Schränke und Kommoden ungeeignet. Die Schrauben im Möbel müssen in massives Holz oder in eine Metalltraverse greifen, nicht in die dünne Rückwand aus Hartfaserplatte. Diese trägt nichts und bricht sofort aus. Wer die Schraube nur in der Rückwand versenkt, hat optisch einen Kippschutz, funktional aber keinen. Im Zweifel eine stabile Querleiste im Möbelinneren anbringen und dort verschrauben.

Wie ein Regal in Greifhöhe eingerichtet wird Ein offenes Regal ohne Türen funktioniert besser als ein geschlossener Schrank. Die Bücher stehen mit dem Rücken nach vorn, nicht gestapelt. Besonders für jüngere Kinder ist ein flaches Ausstellregal sinnvoll, bei dem einige Titel mit dem Cover sichtbar sind, denn das Bild hilft bei der Auswahl mehr als der Buchrücken. Schwere oder empfindliche Bände gehören nach oben, leichte und häufig genutzte nach unten. Achtet darauf, dass die unterste Reihe nicht direkt auf dem Boden steht, sonst stauben die Bücher ein und werden beim Putzen leicht übersehen.

Was beim Aufbau und bei der Sicherheit wirklich zäh

Eine feste Ordnung hilft, aber sie darf nicht zu streng sein. Wenn jedes Buch immer am selben Platz stehen muss, trauen sich Kinder kaum, etwas herauszunehmen. Besser ist eine grobe Aufteilung: Bilderbücher unten, Sachbücher in der Mitte, längere Geschichten weiter oben. Nach dem Lesen muss nicht alles perfekt zurück, solange die Bücher nicht beschädigt werden. Ein Körbchen neben dem Regal für die aktuelle Auswahl entlastet zusätzlich.

Ein Platz an der Wand hat den Vorteil, dass die Lichtquelle nicht im Rücken oder direkt vor dem Gesicht liegt. Der typische Fehler ist jedoch die gegenüberliegende Wand: Sitzt man mit dem Rücken zur Zimmermitte und schaut gegen eine leere Fläche, fehlt der Blickkontakt zur Umgebung, und der Blick hat keinen Fixpunkt. Das klingt nebensächlich, führt aber dazu, dass die Augen bei jeder Denkpause ins Leere wandern und schneller abschweifen. Eine Wand mit Regal, Pinnwand oder wenigstens einem Gegenstand mit Struktur gibt dem Blick einen kurzen Anker und reduziert das Abdriften.

Die Farbwahl und Beleuchtung beeinflussen, wie groß der Raum wirkt. Helle Wände und ein heller Boden lassen die acht Quadratmeter größer erscheinen. Ein Spiegel an der Innenseite der Zimmertür oder an einer Schrankseite reflektiert Licht und täuscht Tiefe vor. Deckenlampen mit indirektem Licht vermeiden Schatten in den Ecken. Ein Nachtlicht neben dem Bett reicht als Orientierung. Vermeiden sollte man schwere, dunkle Möbel und zu viele Dekorationen an den Wänden. Jedes zusätzliche Objekt nimmt optischen Raum weg.

Die Tiefe der Fächer spielt ebenfalls eine Rolle. Bei mehr als 40 Zentimetern Tiefe verschwindet alles hinten, und das Kind greift nur nach vorne. Besser sind flache Fächer oder Körbe und Boxen, die sich herausziehen lassen. Offene Boxen ohne Deckel funktionieren besser als geschlossene Systeme, weil das Kind den Inhalt sieht und nicht erst suchen muss. Wer Schubladen einbaut, sollte sie leichtgängig wählen und mit einem Endanschlag versehen, damit sie nicht herausfallen.

Für ein Kind im Alter von zwei bis sechs Jahren liegt die bequeme Greifhöhe zwischen dem Boden und etwa Kopfhöhe. Alles darüber ist nur mit Klettern oder Strecken erreichbar und damit ein Risiko. Wer ein Regal plant, misst am besten mit dem Kind gemeinsam: Es stellt sich gerade hin, die Arme hängen locker, die Fingerspitzen zeigen die untere Grenze, die ausgestreckte Hand die obere. Zwischen diesen beiden Marken sollten die meisten Bücher stehen.

Für die Kleiderstange gilt eine einfache Faustregel: Sie sollte auf Schulterhöhe des Kindes oder knapp darunter sitzen. Gemessen wird vom Boden bis zur Schulter des größten Kindes, das den Schrank mitbenutzt. Ein Richtwert liegt bei etwa 1,10 bis 1,20 Meter für Kinder im Grundschulalter. Hängt die Stange höher, kann das Kind Kleiderbügel nur mit ausgestrecktem Arm oder gar nicht einhängen. Typischer Fehler: Die Stange wird auf 1,60 Meter oder höher montiert, weil das optisch ordentlich wirkt. Das Kind erreicht sie dann erst mit einem Hocker, und der steht selten dort, wo er gebraucht wird.

Ein häufiger Fehler ist ein Regal, das zwar niedrig ist, aber zu tief. Kinder kommen dann nur an die vorderen Bücher, der Rest verschwindet in der zweiten Reihe. Besser sind flache Fächer oder schmale Regale mit geringer Tiefe. Ebenso problematisch: Regale, die nicht an der Wand befestigt sind. Sobald ein Kind sich hochzieht oder auf eine untere Reihe steigt, kippt das Möbelstück. Eine Wandbefestigung ist keine Option, sondern Voraussetzung.

Kinder greifen dann am liebsten zu Büchern, wenn sie ohne fremde Hilfe herankommen. Steht ein Regal zu hoch, entsteht schnell ein Umweg: Das Kind ruft, wartet oder verliert die Lust. Wird die Höhe dagegen an die Körpergröße angepasst, entscheiden Kinder selbst, wann sie lesen. Genau darum geht es bei Regalen in Greifhöhe: nicht um Möbel, sondern um einen alltäglichen Zugang.

Add new comment

Filtered HTML

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.

Plain text

  • No HTML tags allowed.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Lines and paragraphs break automatically.

Navigation

User login