Ein Duftstein aus Gips ist kein Kunstwerk, sondern ein poröser Träger. Die vielen kleinen Hohlräume im ausgehärteten Gips saugen ätherisches Öl auf und geben es über Stunden oder Tage wieder ab. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, kann aus einfachem Modellgips und ein paar Tropfen Öl brauchbare Duftspender gießen, ohne teure Fertigprodukte zu kaufen.
Wenn ein Glas trotzdem bricht, liegt es meist an einer Vorschädigung. Ein feiner Haarriss am Boden oder ein abgeplatzter Rand fällt beim Kauf kaum auf, wird aber unter Hitze zur Sollbruchstelle. Deshalb vor jedem Anzünden das Gefäß gegen Licht halten und den Boden prüfen. Leicht trichterförmige Böden, die durch zu heißes Ausspülen entstanden sind, gehören aussortiert. Für Kerzen mit großer Flamme und hoher Wärmeabgabe eignen sich nur speziell dafür gefertigte Behälter mit gleichmäßiger Wandstärke; dekorative Gläser aus dem Regal sind dafür nicht gedacht.
Typische Fehler sind zu nasser Gips, zu frühes Entformen und das Aufbringen des Öls auf einen noch feuchten Stein. Auch direkte Sonne schadet: Sie bleicht den Stein und lässt das Öl schneller verdunsten. Für einen kräftigen Duft im Raum reicht ein Stein auf der Fensterbank oft nicht aus, mehrere kleine Steine in verschiedenen Ecken wirken besser. Nach einigen Tagen lässt der Geruch nach, dann zwei bis drei neue Tropfen nachgeben. Wer den Duft wechseln möchte, legt den Stein für einige Stunden in lauwarmes Wasser, lässt ihn vollständig trocknen und gibt erst dann das neue Öl darauf.
Zum Schluss: Werkzeug und Gefäße sofort nach dem Gießen reinigen, solange die Farbe noch flüssig ist. Getrocknete Reste lassen sich nur mechanisch entfernen und hinterlassen Kratzer auf der Gießfläche. Eine leicht geölte oder mit Trennmittel behandelte Unterlage spart später viel Nacharbeit und schützt die marmorierte Oberfläche vor dem Abreißen an den Rändern.
Duftöl auf Gips wirkt anders als auf Keramik. Gips saugt Öl sofort ein, die Tropfen verschwinden innerhalb von Sekunden. Zwei bis vier Tropfen reichen für einen kleinen Stein. Mehr bringt keinen stärkeren Duft, sondern einen dunklen Fleck und eine klebrige Oberfläche. Verteile die Tropfen auf die Rückseite oder in eine Vertiefung, damit die Sichtfläche sauber bleibt. Reines ätherisches Öl verdunstet schneller als eine Mischung mit Trägeröl, dafür hinterlässt es weniger Rückstände. Wer den Duft intensiver will, kann den Stein vorher leicht anfeuchten, doch Vorsicht: Feuchtigkeit und Öl zusammen können den Gips aufweichen.
Entscheidend ist die Wärmespannung im Glas. Brennt die Kerze, erwärmt sich der Boden stark, während die oberen Wandpartien kühl bleiben. Je steiler dieser Unterschied, desto größer die Spannung. Dünnes, gleichmäßig geformtes Glas gleicht das besser aus als dickes, unregelmäßiges. Deshalb überstehen schlanke, mundgeblasene Windlichter den Betrieb oft besser als massive, schwerwandige Zylinder, die nur langsam und ungleichmäßig warm werden.
Woran man ein hitzefestes Glas erkennt Boromundglas ist die sicherste Wahl. Es hat eine sehr niedrige Wärmeausdehnung und verträgt den Kontakt mit offener Flamme und heißen Wachsresten ohne Spannungsschaden. Man erkennt es an der glatten, klaren Oberfläche und daran, dass es beim Anstoßen hoch und hell klingt. Normales Kalknatronglas, aus dem Trinkgläser und Einmachgläser bestehen, ist billiger und härter, aber empfindlich gegen schnelle Temperaturwechsel. Ein Einmachglas mit dicker Bodenplatte kann durchaus funktionieren, solange die Kerze klein bleibt und das Glas nicht direkt auf kalten Stein gestellt wird.
Das Material ist entscheidend. Reiner Modellgips oder Alabastergips eignet sich am besten, weil er nach dem Abbinden eine offene, saugfähige Struktur behält. Gips mit Zusätzen für besondere Härte oder wasserabweisende Mischungen ist ungeeignet, weil er kaum Öl aufnimmt. Auch zu dünn angerührter Gips wird spröde und bricht beim Entformen. Das Mischungsverhältnis steht auf der Packung, meist zwei Teile Gips zu einem Teil Wasser. Gips immer ins Wasser streuen, nicht umgekehrt, und ein bis zwei Minuten rühren, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind. Kurz stehen lassen, damit die Luftblasen aufsteigen.
Wer die Steine verschenken will, sollte sie vorher vollständig austrocknen lassen und getrennt verpacken, damit sich die Düfte nicht vermischen. Ein kleiner Hinweis auf dem Etikett, wie viele Tropfen nachgegeben werden, erspart später viele Fragen.
Ein Teelicht in einem Einmachglas brennt ruhig und lange. Ein Duftlicht in einer dünnen Vase kann dagegen nach zwanzig Minuten springen. Der Unterschied liegt nicht am Wachs, sondern am Gefäß: an Glasart, Wandstärke, Form und daran, wie gleichmäßig die Wärme abgeführt wird. Wer das einmal versteht, wählt künftig Gefäße, die halten, statt sie nach jedem Riss zu ersetzen.
Erst der trockene Stein bekommt den Duft. Drei bis fünf Tropfen ätherisches Öl genügen für einen handgroßen Stein. Mehr Öl ist kein Vorteil: Der Gips kann nur begrenzt aufnehmen, der Rest bleibt an der Oberfläche, fettet sie und zieht Staub an. Das Öl mit einer Pipette über die flache Seite verteilen oder den Stein in ein verschließbares Gefäß legen und einige Tropfen daraufgeben, dann ein paar Stunden ziehen lassen. Wer verschiedene Düfte testen will, gießt mehrere kleine Steine statt einen großen, denn einmal eingezogenes Öl lässt sich nicht mehr auswaschen.
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