1 post / 0 new
Guest (not verified)
Warum wird Wasser hart, wenn Regen tief in den Boden sickt?

Warum die Trocknungsphase über das Ergebnis entscheid

In der Leitung ändert sich die Härte nicht mehr. Sie bleibt so, wie das Wasser aus dem Grundwasserleiter oder aus der Talsperre kommt. Kalkablagerungen in Rohren, an Armaturen und in Haushaltsgeräten entstehen erst durch Erwärmung oder Verdunstung, wenn sich Calciumcarbonat abscheidet. Wer die Härte senken will, muss also an der Quelle ansetzen oder das Wasser vor der Nutzung behandeln. Für die Beurteilung der eigenen Leitung genügt es, den Härtebereich der Versorgung zu kennen und bei Auffälligkeiten wie schneller Verkalkung von Warmwassergeräten die Werte zu prüfen.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Wischen bei direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft. Dann trocknet das Wasser zu schnell und ungleichmäßig, bevor der Trockengang erfolgen kann. Besser ist es, in einem Bereich zu arbeiten, der nicht sofort austrocknet. Nach dem Trockenwischen sollte die Fläche innerhalb weniger Minuten begehbar sein. Bleibt sie länger feucht, war der Trockengang zu oberflächlich.

So spülen Sie richtig – und wann es nicht reic

Regenwasser ist zunächst weich. Es enthält kaum Mineralien, weil es beim Verdunsten und als Wolke so gut wie nichts aus dem Boden aufgenommen hat. Erst auf dem Weg durch die Erdschichten verändert sich seine Zusammensetzung. Wer verstehen will, warum Wasser an der Zapfstelle hart ankommt, muss diesen Weg nachvollziehen: vom Auftreffen auf die Oberfläche bis zum Eintritt in die Leitung.

Der erste Kontakt entscheidet viel. Trifft Regen auf versiegelte Flächen, fließt er schnell ab und bleibt weich. Versickert er dagegen auf Wiesen, in Wäldern oder auf Feldern, beginnt sofort der Austausch. Der Boden enthält Kohlendioxid aus der Atmung von Wurzeln und Mikroorganismen. Dieses CO₂ löst sich im Sickerwasser und bildet schwache Kohlensäure. Diese Säure greift Kalk und Dolomit an – Gesteine aus Calcium- und Magnesiumcarbonat. Dabei gehen Calcium- und Magnesiumionen in Lösung. Genau diese beiden Ionen bestimmen später die Wasserhärte.

Was im Untergrund passiert und worauf es ankommt Die Geschwindigkeit der Versickerung und die Art des Gesteins sind entscheidend. In sandigen Böden fließt Wasser rasch, der Kontakt mit Mineralien ist kurz, das Wasser bleibt relativ weich. In kalkhaltigen Böden und in Klüften von Kalk- oder Gipsgestein kann das Wasser dagegen lange verweilen. Je länger die Verweilzeit und je größer die Berührungsfläche, desto mehr Calcium und Magnesium werden gelöst. Ein häufiger Fehler bei der Beurteilung ist die Annahme, Regenwasser bleibe überall gleich weich. Tatsächlich kann dieselbe Regenmenge in zwei benachbarten Gebieten völlig unterschiedlich hartes Grundwasser erzeugen.

Ein typischer Fehler ist, Härte mit Verschmutzung zu verwechseln. Hartes Wasser ist nicht unsauber, es enthält nur mehr gelöste Mineralien. Ein anderer Fehler: die Härte nur nach dem Regen zu beurteilen. Entscheidend ist nicht der einzelne Niederschlag, sondern der Weg durch den Untergrund über Jahre und Jahrzehnte. Wer einen Brunnen plant, sollte die geologischen Schichten kennen, nicht nur die jährliche Regenmenge. Auch die Entnahmetiefe beeinflusst das Ergebnis: Ein flacher Brunnen liefert oft weicheres Wasser als ein tiefer.

Der Kern ist ein Harzbett in einem Druckbehälter. Das Kunstharz trägt geladene Gruppen, an denen Natriumionen sitzen. Fließt hartes Wasser durch, haben Calcium- und Magnesiumionen eine höhere Affinität zum Harz und verdrängen das Natrium. Das Natrium geht ins Wasser, die Härtebildner bleiben im Harz. Nach einer gewissen Wassermenge ist das Harz gesättigt und muss regeneriert werden. Dazu spült eine Salzlösung aus einem Solebehälter das Harz und ersetzt die Calcium- und Magnesiumionen wieder durch Natrium. Das dabei entstehende Abwasser enthält die Härtebildner und Restsole.

Hartes Wasser hinterlässt Kalk in Rohrleitungen, an Armaturen und in Haushaltsgeräten. Ein Wasserenthärter auf Basis von Ionenaustausch tauscht die Härtebildner Calcium und Magnesium gegen Natrium aus. Das Wasser bleibt chemisch gesehen Wasser, nur die gelösten Ionen ändern sich. Wer das Prinzip versteht, kann besser einschätzen, was das Gerät leistet und was nicht.

Die Faustregel lautet: Steht Wasser länger als vier Stunden in der Leitung, spricht man von Stagnation. Bei mehreren Tagen oder Wochen ohne Nutzung reichert es sich mit Stoffen an, die aus Rohren, Dichtungen und Armaturen stammen können. Dazu zählen Metalle wie Blei oder Kupfer, aber auch Keime, die sich in warmem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad besonders wohlfühlen. Kaltes Wasser ist weniger anfällig, warmes deutlich mehr. Deshalb gilt: Nach der Pause zuerst das kalte Wasser spülen, nicht das warme.

Auch die Tiefe spielt eine Rolle. Flaches Sickerwasser erreicht oft schnell einen Bach oder See und bleibt weich. Tiefes Grundwasser, das in Poren und Spalten zirkuliert, steht lange unter Druck und in Kontakt mit Gestein. Dort reichert es sich stark mit gelösten Ionen an. Für die Wasserhärte zählt vor allem die Summe der Erdalkaliionen, meist angegeben in Millimol Calciumcarbonat pro Liter oder in deutschen Härtegraden. Weiches Wasser liegt unter etwa 1,5 mmol/l, hartes Wasser darüber. Wer seine Leitung prüfen will, kann den Wert bei der örtlichen Wasserversorgung erfragen oder eine einfache Testlösung verwenden.

Add new comment

Filtered HTML

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.

Plain text

  • No HTML tags allowed.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Lines and paragraphs break automatically.

Navigation

User login