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4 Dinge, die beim Kochen mit kalkhaltigem Wasser passieren

Die tägliche Minute ersetzt keine Grundreinigung, aber sie verschiebt sie um Monate. Wer abzieht, braucht seltener zu schrubben, spart Reinigungsmittel und schont die Oberflächen. Entscheidend ist die Routine direkt nach dem Duschen, nicht die Intensität. Ein Abzieher, der griffbereit hängt, wird benutzt. Einer, der in der Schublade liegt, bleibt dort. Genau darin liegt der Unterschied.

Die Faustregel lautet: Steht Wasser länger als vier Stunden in der Leitung, spricht man von Stagnation. Bei mehreren Tagen oder Wochen ohne Nutzung reichert es sich mit Stoffen an, die aus Rohren, Dichtungen und Armaturen stammen können. Dazu zählen Metalle wie Blei oder Kupfer, aber auch Keime, die sich in warmem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad besonders wohlfühlen. Kaltes Wasser ist weniger anfällig, warmes deutlich mehr. Deshalb gilt: Nach der Pause zuerst das kalte Wasser spülen, nicht das warme.

Was bei Kalk und eingetrockneten Resten wirklich hil

Ein häufiger Fehler ist das Abziehen erst am Abend, wenn alles längst angetrocknet ist. Dann entfernt man nicht mehr das Wasser, sondern kratzt bereits gebildeten Kalk an. Wer nur einmal pro Woche abzieht, hat nichts gewonnen, denn die entscheidende Zeit sind die ersten Minuten nach dem Duschen. Ebenso falsch: mit einem Schwamm nachwischen und das Wasser stehen lassen. Der Schwamm nimmt nur einen Teil auf und drückt den Rest in die Fugen.

Beim Warmwasser kommt der Boiler ins Spiel. Zu niedrig eingestellte Temperaturen unter etwa sechzig Grad begünstigen Ablagerungen und mikrobielles Wachstum, während zu hohe Temperaturen Verkalkung und Metallabgabe fördern. Eine Magnesiumanode, die abgebaut ist, lässt den Behälter korrodieren – das schmeckt deutlich metallisch. Wer den Verdacht hat, sollte den Boiler regelmäßig warten und die Opferanode prüfen lassen. Bei Durchlauferhitzern sind es dagegen oft die Heizstäbe, die verkalkt sind und den Geschmack verändern.

Stagnation, Armaturen und Filter als typische Quellen Steht Wasser lange in der Leitung, nimmt es Metallionen aus Rohren und Armaturen auf. Besonders in Gäste-WCs, in selten genutzten Bädern oder nach längerer Abwesenheit ist das häufig. Die Lösung ist schlicht: mehrere Minuten spülen, bis frisches Wasser nachkommt. Danach erneut probieren. Tritt der Geschmack dann nicht mehr auf, war es eine Stagnationserscheinung und kein Defekt. Muffige Noten entstehen dagegen oft in Filtern, in Brauseschläuchen oder in der Gummidichtung von Armaturen, in denen sich Ablagerungen gebildet haben.

Armaturen und Perlatoren setzen sich mit der Zeit mit Kalk und Biofilm zu. Das ist keine Seltenheit und erklärt den erdig-modrigen Beigeschmack. Man schraubt den Perlator ab, reinigt ihn mit einer Bürste und legt ihn in Essigwasser. Auch der Duschschlauch ist ein Kandidat: Riecht das Wasser muffig, hilft es, den Schlauch abzunehmen und zu prüfen, ob er innen glatt oder bereits rau ist. Rauhe, belegte Schläuche tauscht man besser aus, statt sie zu reinigen. Ein weiterer häufiger Fehler ist, einen neuen Filter monatelang zu betreiben, ohne ihn zu wechseln – dann gibt er Keime und Geruchsstoffe an das Wasser ab.

Was im Topf und in der Leitung tatsächlich zurückbleibt Nach dem Abkühlen kann ein Teil des ausgefallenen Kalks wieder in Lösung gehen, aber nicht der gesamte. Ein erheblicher Anteil bleibt als hartnäckiger Belag haften. Das abgekochte Wasser ist also nicht weicher, sondern ärmer an gelöstem Calcium, während der Kalk sich an Oberflächen absetzt. Für die Wasserhärte im Sinne der Waschmittelwahl ändert das kaum etwas, denn die Härtebildner sind weiterhin im System vorhanden, nur an anderer Stelle.

Praktisch bedeutet das: Wer sein Wasser abkocht, um Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Warmwasserbereiter zu schonen, beschleunigt deren Verkalkung sogar. Die feinen Kalkpartikel setzen sich in Dichtungen, Sieben und Heizstäben fest und lassen sich dort nur schwer wieder entfernen. Besonders problematisch ist das bei geschlossenen Systemen wie Durchlauferhitzern, an denen man nicht ohne Werkzeug arbeitet.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Abziehen der Duschwanne. Wer dort mit dem Abzieher arbeitet, verteilt das Wasser in die Ecken statt in den Abfluss. Besser: Nach dem Duschen die Wanne mit klarem Wasser nachspülen und das Wasser mit einem Wischer in den Abfluss schieben. Der Abzieher bleibt für senkrechte Flächen. Auch die Duschvorhangstange und die Duschkopfhalterung sollte man ab und zu abwischen, dort sammelt sich Kalk gern unbemerkt.

Kalk im Wasser verschwindet nicht, wenn man es erhitzt. Im Gegenteil: Abkochen verstärkt die Kalkprobleme sogar. Wer sein Leitungswasser nur wegen des Kalks abkocht, erreicht damit das Gegenteil dessen, was er sich erhofft. Der Grund liegt in der Chemie des Wassers, genauer gesagt in der Umkehrung der Löslichkeit von Calciumcarbonat.

Wer weicheres Wasser möchte, kommt um eine andere Lösung nicht herum. Möglich sind ein Ionenaustauscher, eine Umkehrosmoseanlage oder der Bezug von enthärtetem Wasser. Gegen Kalkablagerungen in Geräten hilft regelmäßiges Entkalken mit geeigneten Mitteln, nicht das Kochen. Beim Entkalken sollte man die Herstellerangaben zum Material beachten, weil Säuren Aluminium und manche Kunststoffe angreifen. Nach dem Entkalken gründlich mit klarem Wasser spülen, sonst gelangen Rückstände in den nächsten Kaffee oder Tee.

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