Biesen sind nicht nur Dekoration. Sie stabilisieren große Stoffflächen, weil sie Material raffen und dadurch mehr Stand geben. Bei Hemden und Blusen sitzen sie oft an der Knopfleiste oder als Ziernaht auf der Vorderseite. Wer sie zum ersten Mal näht, sollte mit einer einzelnen Biese beginnen und erst dann mehrere parallele Linien setzen. Die größte Herausforderung bleibt die Gleichmäßigkeit – nicht die Technik. Ein Lineal, ein Kreidestift und eine ruhige Hand sind wichtiger als eine teure Nähmaschine.
Für einen stabileren Stand kannst du den Boden mit einem Stück fester Einlage verstärken oder ein Quadrat aus dickem Filz einlegen. Das ist kein Muss, hilft aber, wenn der Korb auf glatten Flächen steht. Wenn du den oberen Rand sauber haben willst, nähst du vor dem Wenden eine Ziernaht mit 0,5 cm Abstand zur Kante. Ohne diese Naht franst der Rand nach mehreren Wäschen aus.
Nach dem Nähen werden die Biesen vorsichtig gebügelt. Dabei dürfen sie nicht platt gedrückt werden, sonst verlieren sie ihre erhabene Form. Am besten bügelt man über eine weiche Unterlage oder über einen Biesenstab, der die Falte stützt. Ein typischer Fehler ist das Bügeln mit zu viel Druck und Dampf direkt auf der Biese: Der Stoff wird flach, und die Naht zeichnet sich als unschöne Kante ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, bügelt nur die Nahtzugabe und lässt die Biese selbst in Form trocknen.
Leinen fusselt beim Dekatieren vor allem dann, wenn die Faser durch Hitze, Reibung oder falsche Chemie aufgeraut wird. Wer die natürliche Glätte der Leinenfaser erhalten will, muss die Schuppenschicht schonen. Das gelingt nur, wenn Temperatur, Mechanik und Wasserhärte zusammenpassen. Die folgenden vier Methoden sind erprobt und lassen sich mit Hausmitteln umsetzen.
Die Ecken entscheiden über den Stand Jetzt kommt der Schritt, an dem die meisten Fehler passieren: die Ecken. Ziehe die Nahtzugaben auseinander und bügele sie flach. Falte eine Ecke so, dass die Seitennaht auf die Bodennnaht trifft, und stecke sie fest. Miss von der Spitze aus 4 cm ab und zeichne eine Linie. Nähe entlang dieser Linie und schneide die überstehende Spitze mit 1 cm Abstand ab. Wiederhole das an allen vier Ecken. Wer die Ecken zu knapp abnäht, bekommt einen kippeligen Boden; wer zu viel stehen lässt, erhält einen flachen, formlosen Beutel. Die 4 cm sind ein guter Richtwert für die genannten Maße.
Ein häufiger Fehler ist der Griff zu Weichspüler. Der überzieht die Faser mit einem Film, der zunächst weich wirkt, aber die Struktur verklebt. Nach einigen Wäschen bricht dieser Film auf und nimmt Fasern mit. Besser ist eine milde Seife oder ein flüssiges Feinwaschmittel ohne Enzyme und ohne Bleiche. Auch zu viel Waschmittel schadet, weil Rückstände die Faser steif machen und beim anschließenden Reiben Fusseln lösen.
Die eigentliche Verarbeitung ist einfach. Zuerst werden die beiden Rückseitenteile an der Überlappungskante gesäumt. Dann legt man das Vorderteil mit der schönen Seite nach oben, darauf die beiden Rückseitenteile mit der schönen Seite nach unten, sodass die gesäumten Kanten zur Mitte zeigen und sich überlappen. Alle Außenkanten werden mit Stecknadeln fixiert und anschließend mit einer geraden Naht geschlossen. Wer mag, versäubert die Kanten mit einem Zickzackstich oder einer Overlocknaht. Zum Wenden wird die Hülle durch die Überlappungsöffnung gezogen, die Ecken lassen sich mit einer stumpfen Nadel vorsichtig herausdrücken.
Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der Nahtzugabe an der Überlappung selbst. Wer die Stoffbreite nur nach dem Kissen berechnet und dann säumt, verliert schnell zwei Zentimeter pro Seite und damit die nötige Spannung. Ebenfalls unterschätzt: der Stofflauf. Bei gemusterten Stoffen oder Streifen muss die Überlappung in Richtung des Musters verlaufen, sonst wirkt die Rückseite schief. Vor dem Zuschnitt lohnt es sich, den Stoff einmal zu bügeln und auf dem Tisch auszulegen, damit nichts verrutscht.
Die richtigen Maße für Überlappung und Saumzugabe Für eine Kissenhülle mit Hotelverschluss wird zunächst die fertige Kissenbreite gemessen. Die Rückseite besteht aus zwei Teilen: Der eine Teil ist etwa zwei Drittel der Kissenbreite breit, der andere etwa ein Drittel, plus jeweils eine Zugabe für die Überlappung. Die Überlappung sollte mindestens zehn Zentimeter betragen, bei stark benutzten Kissen besser fünfzehn. Wer zu knapp kalkuliert, riskiert, dass der Verschluss aufspringt. Alle Kanten, die später sichtbar sind, erhalten einen doppelt umgeschlagenen Saum von etwa einem Zentimeter. Die Nahtzugabe an den Außenkanten bleibt schmal, damit die Hülle später nicht aufträgt.
Nun wird der Stoff entlang jeder Linie gefaltet, und zwar so, dass die linke Seite innen liegt. Die Bruchkante läuft genau auf der angezeichneten Linie. Mit Stecknadeln oder einer Heftnaht wird die Falte fixiert. Danach näht man mit kleiner Stichlänge knapp neben der Bruchkante. Der Abstand zur Kante bestimmt die spätere Wirkung: Ein Abstand von einem bis zwei Millimetern ergibt eine schmale, fast unsichtbare Naht, ein größerer Abstand lässt die Biese breiter und flacher erscheinen. Wichtig ist, dass der Nähfuß die gesamte Länge gleichmäßig führt. Wer zu schnell näht, produziert unregelmäßige Biesen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.
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