Nach dem Abschneiden wird die Ecke gewendet und die Kante mit einem spitzen Gegenstand, etwa einer stumpfen Stricknadel, vorsichtig ausgedrückt. Nicht mit der Schere drücken, das durchsticht den Stoff. Die Ecke wird dann flach gebügelt und mit einer Stecknadel fixiert. Erst wenn alle vier Ecken so vorbereitet sind, geht es an die Nähmaschine. Wer Ecke für Ecke näht und zwischendurch bügelt, verliert weniger Zeit als jemand, der alle Ecken gleichzeitig unter die Nadel schiebt.
Ein häufiger Fehler ist, den Stiel zu straff oder zu locker zu wickeln. Zu stramm presst der Knopf den Stoff zusammen, die Knopflöcher lassen sich kaum schließen. Zu locker schlackert der Knopf und der Faden reibt an der Knopfkante. Prüfen lässt sich das mit einem einfachen Test: Der Knopf soll sich leicht anheben lassen, aber nicht seitlich wegkippen. Bei einem zweilöchrigen Knopf wickelt man um beide Fadenstränge, bei vierlöchrigen um das gesamte Bündel.
Die schonendste Variante ist das kalte Einweichen mit anschließendem Spülen. Leinen über Nacht in kaltem Wasser einweichen, maximal handwarm auswaschen und niemals rubbeln oder wringen. Beim Spülen einen Schuss Essig zugeben, etwa 30 Milliliter auf fünf Liter Wasser. Die Säure glättet die Faseroberfläche und neutralisiert alkalische Waschmittelreste, die Leinen spröde machen. Danach nur sanft ausdrücken und liegend trocknen.
Die Naht wieder schließen, ohne den Stoff zu verziehen Für die Reparatur den Saum auf links drehen und die ursprüngliche Nahtlinie suchen. Den gerissenen Faden vorsichtig entfernen, aber nicht abschneiden, solange er noch durch den Stoff läuft. Mit einer dünnen Nadel und passendem Garn die Naht im gleichen Stichbild nachziehen. Bei gewebten Stoffen reicht ein einfacher Steppstich, bei elastischen Materialien ein Zickzackstich oder ein kleiner Overlock-Stich. Wichtig ist, die Stichlänge des Originals zu treffen – zu lange Stiche reißen erneut, zu kurze Stiche durchtrennen die Fasern.
Beim Nähen steckst du die Kante nicht mit Stecknadeln fest, sondern heftest sie mit einer langen Handnaht oder fixierst sie mit textilsicherem Klebeband. Nadeln verbiegen den schmalen Umschlag und hinterlassen beim Entfernen kleine Löcher. Nähe knapp an der inneren Bruchkante entlang, nicht in der Mitte des Umschlags. Die Nadel muss den inneren Stoffbruch erfassen, sonst ist die rohe Kante nicht eingeschlossen. Bei empfindlichen Stoffen legst du ein Stück Seidenpapier unter und reißt es nach dem Nähen ab.
Der häufigste Fehler ist zu wenig Hitze und zu wenig Dampf beim Fixieren. Eine Biese, die nur leicht gebügelt wurde, fällt nach dem ersten Waschgang in sich zusammen. Deshalb wird jede Faltung mit einem feuchten Tuch und mittlerer bis hoher Temperatur so lange gebügelt, bis der Stoff trocken ist. Bei empfindlichen Fasern wird die Temperatur angepasst, aber die Dauer bleibt lang. Anschließend wird die Biese von der rechten Seite noch einmal nachgebügelt, ohne das Bügeleisen zu schieben, damit die Kante scharf bleibt.
Wer Leinen nach dem Waschen dekatieren will, sollte es nie tropfnass bügeln. Die Feuchtigkeit verdampft zu schnell, die Hitze steigt schlagartig und verbrennt die Faserspitzen. Stattdessen das Stück in ein Baumwolltuch einschlagen und leicht antrocknen lassen, bis es sich kühl-feucht anfühlt. Dann mit einem Dampfbügeleisen ohne Dampfstoß arbeiten, in gleichmäßigen Zügen, ohne aufzusetzen. Ein Bügelbrett mit weichem Bezug verhindert, dass die Kanten der Unterlage die Faser abschaben.
Wenn nach dem Dekatieren doch Fusseln auftreten, liegt es meist an einer zu rauen Unterlage oder an einem verschmutzten Bügeleisen. Die Sohle regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen, solange sie handwarm ist. Kalk- oder Stärkerückstände wirken wie Schmirgelpapier. Für hartnäckige Fälle hilft ein kurzes Bad in lauwarmem Wasser mit einem Teelöffel Zitronensäure auf zwei Liter. Danach gründlich spülen und ohne Schleudern trocknen. So bleibt Leinen glatt und fusselarm, ohne dass die Faser beschädigt wird.
Leinen fusselt beim Dekatieren vor allem dann, wenn die Faser durch Hitze, Reibung oder falsche Chemie aufgeraut wird. Wer die natürliche Glätte der Leinenfaser erhalten will, muss die Schuppenschicht schonen. Das gelingt nur, wenn Temperatur, Mechanik und Wasserhärte zusammenpassen. Die folgenden vier Methoden sind erprobt und lassen sich mit Hausmitteln umsetzen.
Warum Hitze und Reibung die Fusselursache sind Leinen besteht aus Flachsfasern, die von einer dünnen Wachsschicht umgeben sind. Wird diese Schicht durch zu heißes Bügeln oder starkes Schleudern zerstört, brechen kurze Fasern aus und bilden Fusseln. Deshalb gilt: Bügeln nur bei mittlerer Temperatur und möglichst auf der linken Seite, am besten noch leicht feucht. Beim Schleudern nie mehr als 600 Umdrehungen pro Minute einstellen. Ein Trockner ist tabu, weil die mechanische Bewegung im Trommelinneren die Faser aufraut.
Ein häufiger Fehler ist der Griff zu Weichspüler. Der überzieht die Faser mit einem Film, der zunächst weich wirkt, aber die Struktur verklebt. Nach einigen Wäschen bricht dieser Film auf und nimmt Fasern mit. Besser ist eine milde Seife oder ein flüssiges Feinwaschmittel ohne Enzyme und ohne Bleiche. Auch zu viel Waschmittel schadet, weil Rückstände die Faser steif machen und beim anschließenden Reiben Fusseln lösen.
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