Jetzt kommt der Schritt, der über die Haltbarkeit entscheidet. Nach dem letzten Stich den Faden nicht sofort vernähen, sondern den Unterleger herausziehen. Der Knopf steht nun auf einem lockeren Fadenbündel. Dieses Bündel mehrmals fest umwickeln, bis ein kompakter Hals entsteht – etwa drei bis fünf Wicklungen. Die Wicklungen liegen dicht nebeneinander und dürfen sich nicht überkreuzen. Anschließend die Nadel durch den entstandenen Stiel nach unten führen und den Faden auf der Rückseite des Stoffes verknoten. Wer den Stiel vergisst, presst den Knopf flach auf den Stoff; die Naht hält dann nur so lange, bis der Stoff nachgibt.
Warum der Stiel über die Haltbarkeit entscheid
Wer ohne Falten nähen will, sollte vorher an einem Reststück üben. Ein Kreis aus dem gleichen Stoff, mit der gleichen Nadel und dem gleichen Faden, zeigt schnell, wie stark man führen muss. Wichtig ist außerdem, die Naht nicht direkt an der Kante zu versäubern, sondern zuerst zu bügeln. Das Bügeln über einer Rundung, etwa über einem Ärmelbrett oder einem zusammengerollten Handtuch, legt die Nahtzugabe flach und verhindert, dass sich die Falten beim nächsten Nähschritt verfestigen. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt eine Rundung, die auch nach mehreren Wäschen ihre Form behält.
Wenn der Transporteur weiterhin nicht greift, kontrolliere zum Schluss die Verbindung zwischen Transporteur und Exzenterwelle. Eine gelockerte Schraube oder ein ausgeschlagenes Lager führt dazu, dass die Bewegung nicht mehr vollständig übertragen wird. In diesem Fall muss das Gestänge nachgestellt oder das Lager ersetzt werden. Mit diesen Schritten lässt sich das Verschieben des Stoffes in den meisten Fällen zuverlässig beheben.
Warum der Bund nicht einfach enger genäht wird Ein Bund besteht oft aus zwei Lagen Stoff und einer Einlage. Wird er an der Außenkante enger genäht, verschiebt sich die Einlage, und der Bund verliert seine Form. Richtig ist, den Bund an der Unterkante zu trennen, die Weite anzupassen und ihn danach wieder zu schließen. Bei einem Rock mit Reißverschluss im Bund muss der Verschluss mitwandern. Wer den Reißverschluss ignoriert, bekommt eine Beule genau dort, wo der Bund aufeinandertrifft.
Lege Außenstoff rechts auf rechts, steppe die Seiten und den Boden mit 1 cm Nahtzugabe. Bügle die Nähte auseinander. Für die Ecken: Falte den Boden auf die Seitennaht, sodass die Naht genau auf der Kante liegt. Miss von der Spitze 4 cm ab und zeichne eine Linie. Nähe entlang dieser Linie, schneide die Zugabe auf 0,7 cm zurück. Wiederhole das an beiden Bodenecken. Der gleiche Schritt erfolgt beim Innenstoff. Ein häufiger Fehler: die Ecken zu klein abnähen. Dann steht der Korb nicht, sondern kippt. Bei 4 cm Abnähung erhältst du einen stabilen Boden.
Ein häufiger Irrtum ist, die Taille über Abnäher zu verkleinern. Abnäher formen den Rock über die Hüfte, nicht den Bund. Wer sie enger näht, zieht Falten in den Stoff und der Bund sitzt trotzdem locker. Die Weite gehört in den Bund oder in die Seitennähte, nicht in die Abnäher. Bei einem Rock ohne Bund, also mit angesetztem Taillenband, wird das Band komplett abgetrennt und neu zugeschnitten.
Vor dem endgültigen Nähen wird der Bund mit Stecknadeln fixiert und anprobiert. Dabei sitzt der Rock auf der gewünschten Höhe, und es wird geprüft, ob sich der Stoff beim Sitzen spannt. Ein Bund, der im Stehen passt, kann im Sitzen einschneiden. Deshalb wird die Weite immer mit einer Handbreit Luft zwischen Bund und Körper abgesteckt, nicht hauteng. Wer zu eng absteckt, muss später auftrennen.
Nach dem Nähen wird die Naht gebügelt, nicht gezogen. Hitze und Dampf formen den Bund zurück in seine Rundung. Wer die Naht nur flach bügelt, behält eine Kante, die sich beim Tragen abzeichnet. Zum Schluss wird der Bund noch einmal anprobiert und die Bewegungsfreiheit geprüft – erst dann ist die Taillenweite wirklich richtig abgenommen.
Zuerst wird der Rock so angezogen, wie er später sitzen soll – auf der Hüfte oder in der Taille, je nach Schnitt. Mit Stecknadeln wird der überschüssige Stoff an beiden Seiten gleichmäßig abgesteckt, nicht nur an einer. Wer nur links absteckt, verschiebt die Mitte und erzeugt eine schiefe Bundlinie. Danach wird der Rock ausgezogen und die abgesteckte Menge gemessen. Erst wenn beide Seiten dieselbe Differenz zeigen, ist die Anpassung symmetrisch.
Wer die Taillenweite eines Rocks mit Bund anpassen will, greift meist zur Nähmaschine und legt sofort die Seitennaht um. Genau das ist der häufigste Fehler. Ein Bund verläuft nicht gerade, sondern folgt der Rundung des Körpers. Wird nur an einer Stelle abgesteppt, zieht der Stoff, der Bund wellt sich, und die Passform kippt nach hinten oder vorn. Bevor eine Nadel den Stoff berührt, muss die eigentliche Ursache der zu weiten Taille bestimmt werden.
Ein häufiger Fehler ist, die Nadel im Stoff stecken zu lassen und den Stoff um die Nadel zu drehen. Dabei verschiebt sich das Gewebe, und an der Rundung entsteht ein Knick. Besser ist es, in kleinen Schritten zu nähen: Nadel versenken, Nähfuß heben, Stoff neu ausrichten, Nähfuß senken, weiter. Das kostet Zeit, verhindert aber die typischen Verzerrungen an engen Kurven. Bei sehr kleinen Radien, etwa an Ärmelkugeln oder Halsausschnitten, hilft es, die Nahtzugabe vorher mehrfach einzukerben. Die Kerben müssen bis kurz vor die Nahtlinie reichen, sonst bleibt der Stoff steif.
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