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Unebenheiten übersehen? Warum der neue Belag dann versagt

Ein zweites Hilfsmittel ist ein kleiner Magnet. Er haftet auf Metallprofilen hinter Gipskarton oder auf Stahlarmierungen in Beton. Fährt man den Magneten langsam über die Wand, verrät die Haftstelle oft die Lage der Unterkonstruktion. In Gipskarton bedeutet das: Dort sitzt ein Ständer, dort hält eine Schraube später deutlich mehr als in der freien Platte. Typischer Fehler: Mit einem Metallbohrer in Beton bohren. Der Bohrer verbrennt, die Wand bleibt unverletzt. Richtig ist ein Hammerbohrer mit Widia-Schneide.

Nach dem Aushärten – je nach Produkt und Schichtdicke nach einigen Stunden bis zu mehreren Tagen – wird die Fläche erneut mit der Richtlatte kontrolliert. Erst wenn die Toleranzen stimmen, beginnt das Fliesenlegen. Ein häufiger Fehler ist, den Ausgleich nicht vollständig durchtrocknen zu lassen. Wird zu früh weitergearbeitet, bleibt Restfeuchtigkeit im Untergrund, die später den Kleber unterwandert. Ein weiterer Fehler: Nur die sichtbaren Buckel abspachteln und die Senken ignorieren. Auch sie führen zu Hohlräumen, weil die Fliese dort keinen Kontakt zum Kleber hat.

Häufige Fehler sind ein zu dünner Auftrag, das Überspachteln bereits abgebundener Bereiche und das Verlegen auf noch feuchter Masse. Auch das Mischen mit falscher Wassermenge führt zu Rissen. Randdämmstreifen dürfen nicht mit Ausgleichsmasse überzogen werden, sonst entsteht später eine Schallbrücke. Nach dem Trocknen wird die Fläche nochmals kontrolliert – erst dann darf der neue Belag darauf.

Zum Schluss bleibt die Kontrolle: Klopfen Sie die Fliesen leicht ab. Klingt es hohl, fehlt Haftung. Ein solcher Bereich muss sofort entfernt und neu verlegt werden. Wer die Vorbereitung ernst nimmt, spart sich diese Nacharbeit und hat länger Freude an den Fliesen.

Zuerst der große Schmutz. Grobe Rückstände mit einem Besen oder einer Kehrschaufel aufnehmen, nicht mit dem Laubbläser. Druckluft ist tabu, weil sie den Feinstaub in jeden Winkel treibt und dort tagelang hängen bleibt. Auch ein normaler Haushaltsstaubsauger ohne feinen Filter bläst die kleinsten Teilchen durch den Motor wieder in den Raum. Für die Zwischenreinigung eignet sich ein Sauger mit Feinstaubfilter der Klasse H oder mindestens M. Ist keiner vorhanden, hilft ein angefeuchteter Lappen, mit dem die Flächen abgetragen werden, statt sie trocken abzukehren.

Erst binden, dann saugen Feinstaub lässt sich nicht wegfegen, er muss gebunden werden. Ein leicht feuchtes Tuch nimmt die Partikel auf und hält sie fest. Für Wände eignet sich ein breiter, nebelfeuchter Schwamm, der in geraden Bahnen von oben nach unten geführt wird. Zwischendurch das Tuch gründlich in klarem Wasser ausspülen, sonst verteilt man den aufgenommenen Staub nur dünn über die Fläche. Bei gestrichenen Wänden vorher an einer unauffälligen Stelle prüfen, ob die Farbe Wasser verträgt. Kreide- oder Leimfarben mögen keine Nässe.

Beim eigentlichen Verlegen wird der Kleber mit einem Zahnspachtel in eine Richtung abgezogen. Bei unebenem Untergrund sollte das Kleberbett etwas dicker sein, aber nicht durch zusätzlichen Kleber ausgeglichen werden – das ist Aufgabe der Vorarbeit. Fliesen werden mit leicht drehender Bewegung angedrückt und mit Gummihammer oder Andrückbrett fixiert. Kontrollieren Sie regelmäßig mit der Wasserwaage und schieben Sie Fugenkreuze ein. Nach dem Abbinden werden die Fugen ausgekratzt und verfugt. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt einen ebenen Belag, der auch nach Jahren noch fest sitzt.

Für kleinere Unebenheiten reicht eine dünne Ausgleichsmasse, die mit einem Zahnspachtel oder einer Glättkelle verteilt wird. Bei größeren Höhenunterschieden kommt eine selbstnivellierende Masse zum Einsatz. Sie wird nach Herstellerangabe angerührt, zügig auf die Fläche gegossen und mit einer Stachelwalze entlüftet. Wichtig ist, die Masse nur so weit auszuziehen, wie sie in der offenen Zeit verarbeitet werden kann. Wer zu viel anrührt, produziert Klumpen und Wellen.

Erst grundieren, dann ausgleichen Vor dem Ausgleich steht immer die Grundierung. Sie schließt die Poren, bindet Staub und sorgt dafür, dass die Spachtelmasse gleichmäßig abbinden kann. Wird dieser Schritt ausgelassen, saugt der Untergrund das Wasser aus der Masse, und die Schicht wird brüchig. Die Grundierung muss vollständig trocknen, bevor es weitergeht. Bei stark saugenden Untergründen sind zwei Anstriche sinnvoll.

Unebene Untergründe sind der häufigste Grund für hohle Fliesen, Risse und schief sitzende Fugen. Wer einfach drauflos klebt, produziert spätestens nach dem ersten Winter Schäden. Entscheidend ist nicht der Kleber allein, sondern die Vorarbeit. Zuerst muss die Beschaffenheit des Untergrunds genau bestimmt werden: Ist er nur leicht wellig, oder gibt es größere Buckel und Senken? Mit einer Richtlatte und einer Wasserwaage lässt sich das schnell prüfen. Toleranzen sind eng: Bei Fliesen bis 30 cm Kantenlänge dürfen Höhenunterschiede auf zwei Metern nicht mehr als drei Millimeter betragen, bei größeren Formaten entsprechend weniger.

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