Ich stand in meinem 22 Quadratmeter großen Wohnzimmer und starrte auf das klobige Ausziehbett, das meine Großmutter mir vererbt hatte. Es roch nach Mottenkugeln und nahm die Hälfte des Raumes ein. Wenn Gäste kamen, musste ich das Bettzeug erst aus dem Schrank im Flur holen, wo es zwischen Winterjacken und Staubsaugerbeuteln lagerte. Mein Problem war nicht der Platzmangel an sich, sondern die Art, wie ich ihn nutzte. Ich wollte etwas Ökologisches, aber auch etwas, das funktioniert, wenn meine Schwester mit ihren zwei Kindern fürs Wochenende vorbeikommt. Also begann ich zu recherchieren, wie man eco friendly interiors gestaltet, ohne auf Komfort zu verzichten. Die Lösung lag in einem Möbelstück, das ich vorher nie ernst genommen hatte.
Der Durchbruch kam mit einem Sofa mit Bettfunktion, aber nicht irgendeinem. Ich suchte nach einem Modell mit einem massiven Buchenholzgestell, unbehandelt, ohne Chemie. Der Polsterer meines Vertrauens riet mir zu einem click-clack mechanism, weil er ohne Metallfedern auskommt und länger hält. Die Matratze besteht aus Naturlatex und Kokosfasern. Als ich das erste Mal darauf lag, spürte ich den Unterschied zu den Schaumstoffteilen aus dem Möbelhaus. Das Gestell ist so gearbeitet, dass die Lattenroste einzeln austauschbar sind, falls eine bricht. Meine Oma hätte gesagt: reparierbar, nicht wegwerfbar. Und genau das ist für mich eco friendly interiors: Materialien, die atmen, und Konstruktionen, die man nach 20 Jahren noch richten kann, statt sie auf den Sperrmüll zu stellen.
Aber dann tauchte das nächste Problem auf. Ich hatte keinen Stauraum für die Kissen und Decken, die tagsüber auf dem Sofa liegen. Meine Wohnung hat keine Abstellkammer, und ein separater Schrank hätte den Raum noch enger gemacht. Also suchte ich nach einem sofa bed mit integriertem Fach unter der Sitzfläche. Die meisten Modelle, die ich fand, waren furniert und . Bis ich auf einen Tischler stieß, der Möbel aus massiver, zertifizierter Eiche baut. Er fertigte mir eine Bank mit Klappmechanik. Wenn ich den Sitz anhebe, kommt ein 30 Zentimeter tiefes Fach zum Vorschein. Dort liegen jetzt zwei Bettdecken aus Bio-Baumwolle und vier Kissenbezüge aus Leinen. Der Clou: Die Holzoberfläche ist nur mit Leinöl behandelt, nicht lackiert. So kann sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was das Raumklima verbessert.
Natürlich wollte ich nicht auf eine gemütliche Optik verzichten. Ich entschied mich für eine Polsterung mit Schurwolle, weil sie temperaturausgleichend wirkt und im Sommer nicht klebt. Ein Freund fragte, ob ich nicht lieber velvet upholstery nehmen solle, wegen des Glanzes. Aber ich las, dass die Herstellung von Samt oft mit chemischen Bleichmitteln verbunden ist. Stattdessen wählte ich einen grob gewebten Bouclé-Stoff aus recycelter Baumwolle. Die Farbe ist ein sanftes Grau, fast wie Regenwasser. Und tatsächlich: Der Stoff fühlt sich rau und ehrlich an, nicht wie diese glatten Synthetikfasern, auf denen man im Sommer verschwitzt kleben bleibt. Die Füllung ist mit Rosshaar und Baumwollflocken gemischt, was die Form hält, ohne dass man Chemie einsprühen muss.
Eine spezielle Herausforderung war der Mechanismus zum Ausklappen. Die meisten pull-out sofa Modelle, die ich im Handel sah, hatten eine dünne Auflage, die nach zwei Nächten durchgelegen war. Der Tischler baute mir stattdessen eine Konstruktion mit einem massiven slatted frame aus unbehandelter Birke. Die Latten sind nicht verleimt, sondern mit Flachsfäden verbunden. Darauf liegt eine 14 cm dicke foam mattress aus Kaltschaum - https://www.vocabulary.com/dictionary/Kaltschaum auf Sojabasis, aber mit einer Besonderheit: Der Kern ist im 3D-Druckverfahren gefertigt, sodass verschiedene Zonen unterschiedlich fest sind. Nachhaltig heißt für mich nicht verzichten, sondern clever kombinieren. So wie in der Küche, wo man übrig gebliebenes Gemüse zu einem neuen Gericht verarbeitet. Hier war es ähnlich: alte Handwerkstechnik trifft auf moderne Materialien.
Ein Punkt, den viele unterschätzen, ist der Geruch. Neue Möbel stinken oft tagelang nach Lösungsmitteln. Meine erste Nacht auf dem neuen Sofa roch nach Heu und Holz, nicht nach Chemie. Ich schlief tief und wachte ohne Kopfschmerzen auf. Das lag auch daran, dass der Bezug abnehmbar und waschbar ist bei 60 Grad, ohne Mikroplastik zu verlieren. Ich habe ihn jetzt schon dreimal gewaschen, und er wird immer weicher. Für meine Gäste habe ich eine zweite Decke aus Tencel gekauft, einem Material aus Eukalyptusholz. Die Fasern sind kühlend, was in meiner Dachgeschosswohnung im Sommer ein Segen ist. Und wenn niemand übernachtet, dient das Tuch als Tagesdecke und schützt den Stoff vor Staub.
Was ich gelernt habe: Eco friendly interiors fängt beim Maßnehmen an. Ich habe die genauen Abmessungen meines Raumes aufgemalt und dann drei Wochen lang beobachtet, wie das Licht durchs Fenster fällt. Das half mir, die Farben abzustimmen. Statt einer teuren Wandfarbe mit Umweltzertifikat verwendete ich Lehmfarbe, die ich selbst anrührte. Sie riecht nach nasser Erde und reguliert die Feuchtigkeit besser als jede Dispersionsfarbe. Der Boden blieb unbehandelte Eiche, nur geölt. Ich stellte eine Monstera ins Eck. Ihre großen Blätter filtern die Luft auf natürliche Weise. So ein Raum atmet, er ist kein Ausstellungsstück. Er lebt mit mir zusammen, passt sich meinem Rhythmus an - ob ich nun alleine bin oder Besuch habe.
Seit einem Jahr funktioniert das System. Meine Schwester schlief letztes Wochenende mit ihren Kindern auf der ausgezogenen Fläche, und keiner beschwerte sich über Rückenschmerzen. Das Bettzeug ist immer griffbereit, weil es im Fach unter der Sitzfläche liegt. Ich muss nichts mehr aus dem Flur holen. Und wenn ich morgens aufstehe, klappe ich das Sofa einfach wieder hoch. Der Raum ist in zwei Minuten wieder ein gemütliches Wohnzimmer ohne Spuren der Nacht. Das Beste: Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr wegen der Möbelindustrie. Jedes Teil, das ich gekauft habe, ist entweder reparierbar, kompostierbar oder aus nachwachsenden Rohstoffen. Eco friendly interiors sind für mich kein Trend mehr, sondern eine Frage der Haltung. Meine Wohnung ist kleiner geworden, aber das Leben darin ist größer.
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